Festival - Binz

15.-18. Juni 2017

Camp - Göhren

11.-16. Juni 2017

Freitag
16.Juni
STRASSENPARADE mit Triple Trouble
15:00 Uhr
Schmachter See
Eintritt frei

Sie versichern, dass sie kein Rad abhaben, andernfalls wäre es ja auch fatal: Ihr Musik-Bike braucht alle drei. Darauf haben sie ihre Instrumente und sich selbst montiert. Für das Genre „New-Orleans-Sound nebst Jazz mit Schlagzeug auf einem Fahrrad plus Gesang, Tuba, Banjo und mehr“ muss man sich eigentlich einen eigenen Namen ausdenken. Tonaler Dadaismus vielleicht? Notenblödeleien? Wie auch immer, bei der Straßenparade wird der leicht verbogene Sachsendreier alle Blicke und Ohren auf sich ziehen. Ihre „Welthits im Taschenformat“ passen nach Binz, das ja so etwas ist wie die Côte d’Azur in Miniatur.

Bad Temper Joe Band
18:00 Uhr
Hauptbühne
Eintritt frei

Der Name macht etwas Angst, aber easy: Sie wollen nur Spielen. Die Band um Bad Temper Joe sind nicht das Schreckgespenst besorgter Eltern der Siebziger (langhaarige Bombenleger mit einer Pulle Bier in der Hand), sondern 1A-Blueser, die mit ihrer Musik Spaß und Lebensfreude vermitteln. Der Stil ist irgendwas zwischen Country, Folk und Americano, zusammen ergibt das einen erfrischend eigenen Sound. Es wird sogar gelacht, aber nur bei “I’ll be happy when you cry”.

Bluessoul
19:00 Uhr
Hauptbühne
Eintritt frei

Eigene Titel, musikalische Rauheit, spielerische Finesse und die Verschmelzung unterschiedlichster Einflüsse zu einem ganz speziellen Bandsound, das machte Bluesoul zur Entdeckung der letzten Jahre. Dazu immer groovy, immer funky, gitarrenlastig und soulorientiert – mit genau diesem Rezept schafften es die Männer um Michael van Merwyk zum Vizeweltmeister bei der International Blues Cahllenge anno 2013 in Memphis. Apropos Rezept: Die Herren bestehen darauf, auch noch besser kochen zu können als andere Bluesbands. „Außerdem sehen wir besser aus“, so Beau Merwyk.

Wellbad
20:30 Uhr
Hauptbühne
Eintritt frei

Das ist bluesbasierte Musik mit eigenen Songs, die daherkommen, als wären sie internationale Hits. Mit ihren Instrumenten pustet Wellbad den Staub vom alten Vater Blues. Genregrenzen sind ihnen fremd, herauskommt ein im besten Sinne spleeniger Stilmix im eher grob als fein gewebten Tonkleid. Daniel Welbats charismatische Stimme, die „Autos entlackt (Reeperbahn Festival) könnte den Soundtrack zu einem alten Wildwestern liefern oder gar einem Film von Jim Jarmusch, natürlich in schwarz-weiß. Gefühl trifft Coolness, Text trifft Inhalt und Songwriter Wellbat immer den richtigen Ton. Wer noch nicht wusste, ob er Blues mag, sieht nach dem Auftritt der Hamburger Band klar. Sehr well und kein bisschen bad.

Kai Strauss Band
21:00 Uhr
Hauptbühne
Eintritt frei

Zeitloser Blues mit sattem Groove, das funktioniert als Etikett für Kai Strauß und seine Mannen. Doch es beschreibt bei weitem nicht alles. Die Band um den aus der Blueshochburg Osnabrück stammenden Westfalen, der jahrelang an der Seite von Memo Gonzales durch Texas tourte, geht zwar traditionelle Pfade. Nur macht sie das noch längst nicht zu Retrobluesern. Dies verhindern schon die souligen Elemente in ihren Stücken oder der erfrischend fortschrittliche Umgang der nahe an der Perfektion agierenden Musiker mit ihren Arbeitsgeräten. Dazu zählen auch die vielen Eigenkompositionen, bemerkenswert in Ton wie Text. Das Leben schreibt die Geschichten auf das elektrische Brett von Strauss. Er muss sie nur noch ablesen (also abspielen).

Jackie Venson Trio
22:00 Uhr
Restaurant Lennox

Frauen sind rar in der Szene, warum eigentlich? Jackie Venson beweist: “The Blues is not a man’s world”. Wer es anders sieht, dem gibt sie Bescheid mit ihrer (inzwischen wohl am Körper angewachsenen) Gitarre und ihrer rauchigen Stimme, die einen Schornstein erblassen lässt. Gern erwähnt sie ihre “musikalische Familie”, die ihr alles mitgegeben habe. In Austin in Texas, wo sie herstammt und wo jeder Taxifahrer den Blues hat, dürfte diese Familie riesig sein. Jackie weiß, was sie will, auf den Punkt. Nichts klingt dahingestoppelt, unfertig. Aber sie zu hören reicht nicht. Man muss sie auch gesehen haben. Sie spielt mit allem, was sie zur Verfügung hat: der Gitarre, dem Klavier, ihren Bandmates und nicht zuletzt mit ihrer Weiblichkeit.

Marco Marchi & the Mojo Workers
22:00 Uhr
Hotel Am Meer & Spa

Die Schweiz ist nicht gerade berühmt für tolle Blueser. Das Quartett aus dem Alpenland ist just dabei, dies zu ändern. Ohne Bass, dafür mit Bluesharp, Drums, Tuba und Washboard spielen sie gegen jodelnde Kühe und lederbehoste Almdudler an, im Gepäck das reiche Erbe der Südstaaten samt Blues, Ragtime und Swing. Keine laschen (An-)Klänge aus jener Zeit, als der Whisky noch aus Teetassen getrunken wurde. Was aus den Instrumenten fließt, schmeckt wie frisch destilliert. Plötzlich strömt der Mississippi in den Bergsee und auf den Wiesen sprießt das Mardi Gras. Klar, letzteres war jetzt ein eher schwacher Kalauer, aber wer hat’s schließlich erfunden? Die Schweizer.

Niels von der Leyen Trio
22:00 Uhr
Villa Salve

Auf der Spielwiese des Trios erblüht der Boogie-Woogie, als sei ewig Sommer in Chikago (und seiner Vorstadt Binz). Wie es sich für die räuberischen 30-er Jahre in der Mobster-Metropole gehört, ist auch die Berliner Gang auf Beutezug. Fündig wurde sie in den Stilen von Großmeistern des Genres wie Albert Ammons, Pete Johnson oder Meade Lux Lewis. Dennoch besteht das Repertoire zur Hälfte aus eigenen Kompositionen, in denen sich klassische und zeitgenössische Elemente wie House Music, Funk und Soul vermischen. Das mag schon besonders sein, noch „besonderser“ ist: Im Spiel der Drei gibt es kaum Regeln, dafür viele Freiheiten. Schließlich habe jeder Musiker etwas zu erzählen. Wenn es sein muss, auch mal zwölf Minuten lang in einem Basssolo.

Musikertreffen & Session
24:00 Uhr
Villa Salve
Ticket hier, (Karten vom Konzert behalten ihre Gültigkeit)
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Blue Wave Festival Binz - Blues